Grunau

Der Weg zur Grunauer Kirche braucht nicht beschrieben zu werden. Ihr Turm ist als Wahrzeichen des Ortes weithin sichtbar. In Grunau hält sich die Uberlieferung, der Ort sei mit dem vom Merseburger Bischof Thietmar zum Jahre 1080 genannten Schlachtort Gruona (Schlacht bei Hohenmölsen) identisch. Auch soll aus der Zeit Kaiser Heinrichs II. eine Burg herrühren, die an verschiedenen Stellen - meist auf dem Plateau, welches heute Kirche und Kirchhof einnehmen - angenommen wird. Genaueres ist nicht bekannt und archäologische Funde, welche die Legende stützen könnten, gibt es bisher nicht.

Die vom Ort zur Kirchenumgebung führenden Schluchten sind keine Befestigungsgräben, sondern gehören zu einem System von Hohlwegen, welche im Zuge der alten Eisenberger Straße und der Verbindung Weißenfels-Hohenmölsen-Pegau-Borna (B176) die Grunauer "Berge" trassieren. Tatsächlich handelt es sich hier um eine Erosionskante, die von der heutigen Grunauaue bis zur Abzweigung der Straße nach Domsen über dreißig Meter Höhenunterschied aufweist. Diese markante Stelle schien den mittelalterlichen Siedlern für einen Kirchenbau geeignet. Vom Kirchturm reicht der Blick bis zum Petersberg bei Halle. Mit Ausnahme des Westturmes ist das jetzige Kirchengebäude ein Bau aus dem Jahre 1860. Das alte Gotteshaus wich damals einem wenig schönen Neubau mit neoromanischen Stilelementen. Die Inneneinrichtung der Kirche ist weitgehend zerstört. Der Verbleib des aus dem Jahre 1600 stammenden Taufsteins (BiId 7) und einiger aus dem ehemaligen Erbbegräbnis derer von Zscheplitz (1617-1696 auf dem Rittergut Domsen ansässig) stammenden Grabbestandteile ist unbekannt. In einem Turmgeschoß steht nocn die Sandsteinplastik des Georg von Zscheplltz (gestorben 1625).

Das alte Dreiergeläut ist nicht mehr vorhanden. Die jetzt in der Glockenstube hängenden drei Bronzeglocken kamen aus anderen Kirchen hierher. Die große, nach dem Dorfe zu hängende, goss Melchior Moerinck zu Erfurt im Jahre 1605. Sie hat einen Durchmesser von 1,09 Meter. Auch die mittlere Glocke entstand In der Werkstatt Moerinck. Sie wurde im u Jahre 1596 gegossen. Die kleine Glocke stammt aus dem Jahre 1697. Am Kirchturm und Schiff der Grunauer Kirche sind verschiedentlich behauene Sandsteinquader eingebaut, welche wahrscheinlich von der älteren Bausubstanz herrühren. Vom Kirchhof führt ein steiler Pfad in das Dorf. Am Klinkerbau des früheren Konsumvereins vorbei gelangt man schnell in die Aue unterhalb des Ortes. In neuerer Zeit wurde hier ein Sportplatz angelegt.

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