Großgrimma
Großgrimma ist ein typisches Straßendorf aus der Zeit der deutschen Kolonisation. Beiderseits der west-östlich orientierten Dorfachse reihen sich die Bauernhöfe, deren Besitzer im vorigen Jahrhundert aus einer Flurkarte bekannt sind:
nördliche Zeile von West nach Ost:
Brumme, Schirmer, Geydel, Hofmann, Gräser, Kietz, Voigt, Müller, Schenkel, Weichardt und Kahl
südliche Zeile von West nach Ost:
Pitzschel, Lorenz, Kretzschmar, Büttner, Fischer, Schwager, Burkhardt, Voigt, Lorenz , Sauppe, Kuntzsch, Räthel, Marcus, Sack, Kretzschmar und Patzschke
Im Jahre 1240 wird ein Verwaltungsgebiet "Crimowe" erwähnt. Im Unterschied zu Steingrimma wird der Ort "Großenn Grym" genannt (Eichler/Walther Seite 159) In Großgrimma erwähnt Otto (Seite 470 f.) ein Lehngut, das denen von Lünau auf Elsterberg und Droyßig zustand. Sonst hatte der Ort damals 35 Häuser. Otto gedenkt auch eines Ereignisses, welches seinerzeit unerklärlich erschien und Angst und Schrecken erregte:
Ao. 1680 im Juli hat sich der Teich zu Groskrimme hinter dem Hirtenhause in Blut verwandelt, so an Farbe, Geruche, Fäule und andern Umständen für nichts anders, als wahrhaftiges Blut gehalten werden konnte, und war sehr merkwürdig, daß dieser Teich des Tages bluthroth war, des Nachts aber eine grüne Farbe an sich nahm.
Heute wissen wir, dass es sich bei diesem Phänomen sehr wahrscheinlich um eine sporadische Massenvermehrung von Mikroorganismen gehandelt hat.