Geschichte

Die siedlungsgünstige Lage der sechs Ortsteile ist die wichtigste Ursache für deren hohes Alter. Slawische Siedler und wahrscheinlich seit dem 11. Jh. auch deutsche Kolonisten fanden hier alles Lebensnotwendige reichlich vor: Wasser, brauchbaren Boden und Waldungen. Neben den Dorf- und Gehöftformen und der Flureinteilung, die uns mittelalterliche Besiedlung signalisieren, geben auch einige Flurnamen slawischer Herkunft Hinweise auf das Alter und die Träger der lokalen Siedlungsvorgange. In Großgrimmaer Flur liegen die "Krutzschken" (vielleicht die Burgwiesen, vgl. "grod" - befestigter Ort, Burg). Ein Gewann westlich vom Dorfe heißt "Kadewitz-mark". Mit reichlich 247 Morgen Fläche ist hier offenbar ein großer Teil der Ortsflur einer slawischen Diedlung in der Gemarkung Großgrimma aufgegangen, nachdem die zugehörige Siedlung aus uns unbekannten Gründen wüst wurde. Die Kadewitzer Flur ist größten teils dem Tagebau Carl Bosch zum Opfer gefallen.

Ein mittelalterlicher Keramikfund ist uns gegenwärtig nur aus der Flur Mödnitz bekannt. Die intensive steinzeitliche Besiedlung wird dagegen durch mehrere Funde aus den Fluren Bösau, Deumen, Domsen (vgl. Bild 5) und Grunau belegt. Die Gruauer Flur lieferte ferner bronze- und eisenzeitliches Fundmaterial. In die Eisenzeit werden auch Funde von Deumen und Großgrimma datiert. Eine einzelne Keramikscherbe aus der römischen Kaiserzelt ist aus der Flur Bösau bekannt.

Großgrimma und Grunau lagen im Bereich ehemals bedeutenderer Straßen, in nur drei Kilometer Entfernung von Großgrlmma führte durch Zetzsch und Jaucha eine von HaIle kommende mittelalterliche Salzstraße nach Zeitz und weiter in den Erzgebirgsraum und nach Böhmen. Aus der Richtung Trebnitz-Mutschau kam die Eisenberger Straße, welche zwischen Großgrimma und Grunau den Bach überquerte und weiter nach Leipzig führte
An regionalen Wegen erwähnen wir den durch die östliche Bösauer Flur gelegten Hellerweg. Nach diesem wird ein Feldschlag "Das Feld unter und über dem Hellerwege" genannt.

Besser als alte Karten, die ja in der Regel nicht von einheimischen Feldmessern gezeichnet wurden, geben uns die Kirchenregister Auskunft über die mundartlichen Ortsbezeichnungen. So heißt es z.B. 1728 "Grune", 1761 "Domßen", 1763 "Mödenitz" und 1777 "Grime" (Großgrimma).
Die alten Dorfstraßen tragen heute uninteressante Namen, weil diese geschichtsfremd sind. In Großgrimma heißt die Dorfstraße Friedensstraße, in Grunau Karl-Marx-Straße, in Deumen Clara-Zetkin-Straße, in Bösau Otto-Grothewohl-Straße, und in Mödnitz Goethestraße. In Domsen gibt es eine August-Bebel-Straße und die nach dem ehemaligen Rittergut führende Thomas-Münzer-Straße.
Die Gehöfte sind in der Anlage vielfach noch mittelalterlichen Ursprungs, die vorhandene Bausubstanz ist jedoch kaum älter als 200 Jahre. Einige gut erhaltene Fachwerkbauten findet man in Grunau und in Domsen. In Großgrimma ist ein Holztor bemerkenswert. Die vielfältige und rücksichtslose Verschandelung der Bausubstanz und ihrer nächsten Umgebung (des "Ortsbildes") ist ein äußerliches Zeichen für die Zerstörung der einstigen sozialen und funktionalen Einheit dörflicher Siedlungen.

Nun beginnt die Wanderung.

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