Deumen
Deumen wird im Jahre 1267 "Thumen" geschrieben. Ein "Otto de Dumen" wird 1385 erwähnt. Im Jahre 1530 heißt es Teumen. Die Deumener Kirche ist wie auch die zu Grunau und Domsen sehr verwahrlost . Die Inneneinrichtung ist weitgehend entfernt. Auf dem Turme der in ihren Ursprüngen wohl romanischen Kirche hängt eine Bronzeglocke.
Schenks Karte des Amtes Weißenfels vom Jahre 1757 zeigt die kirchliche Struktur nach der Reformation:
- Deumen ist Filialkirche von Göthewitz, vor 1551 von Wählitz eingepfarrt sind Großgrimma und Wuschlaub
- Grunau ist eine Mutterkirche, deren Filiale ist Domsen
- nach Grunau gepfarrt sind Bösau und Mödnitz, früher war auch Queisau hierher eingepfarrt.
In Deumen befanden sich früher zwei herausragende Güter: das Rittergut und ein als Tempelgut bezeichneter Wirtschaftshof des Johanniterordens ("Tempelritter"), welcher von Droyßig aus eingerichtet worden war. An die mittelalterlichen Besitzverhältnisse erinnern heute noch die Tempelwiese in Deumener Flur im Grunautal und vielleicht auch die etwas weiter nördlich gelegene Türkenwiese. Ein knapp einen Morgen haltendes Flächenstück heißt "der Angerberg". Der Angerberg ist eine auffällige Erhebung im Grunautal östlich des Baches, etwa in Höhe des Domsener Rittergutes. Er ragt ca. drei Meter über die Aue. Seine Genese und eventuelle Bedeutung im Rahmen der mittelalterlichen Siedlungszeit bedürfen näherer Untersuchung. Die ehemalige Deumener Bockwindmühle war wohl eine der ältesten in der Umgebung. Die Karte von Schenk verzeichnet sie auf der Anhöhe nordwestlich vom Ort. Schon 1739 wird ein Windmüller-meister in Deumen erwähnt. Für das Jahr 1679 überliefert Otto eine große "Wasserfluth", welche in dem Dorfe Deumen Schaden anrichtete.
In der Zeit nach dem ersten Weltkrieg eststanden in verschiedenen Bergbauorten geschlossenen Bergarbeitersiedlungen. In Deumen wurde an der Westseite der von Großgrimma nach Göthewitz führenden Straße eine Häuserzeile errichtet. Mit dem Aufschluss des Tagebaues Carl Bosch ab 1932 entstanden westlich von Deumen die Werkstatt- und Tagesanlagen dieses Betriebes. Dem Tagebau fiel das nahegelegene Rittergut zum Opfer. Nach 1945 wurden ein paar Eigenheime gebaut und es entstand die Stallanlage nach Großgrimrna zu.