Bösau
Ein Abstecher zum Ortsteil Bösau und zum Aussichtspunkt der MIBRAG an der Tagebaukante lohnt sich. Zwischen Grunau und Bösau querte die Abraumbahn die Straße. Am Hange östlich von Grunau sind mehrere alte Kiesgruben bzw. Steinbrüche zu erkennen. Otto erwähnt auf dem Kieferberge zu Bösau einen Ritterguts-Steinbruch. Bekannter sind allerdings die Quarzitsteinbrüche bei Queisau und Steingrimma, welche schon im Mittelalter das Baumaterial für die Stadt Pegau lieferten. Leider sind bei der Freilegung der Quarzite in den Tagebauen Profen-Süd und keine diesbezüglichen Untersuchungen erfolgt. Übrigens heißt noch heute die Anhöhe nördlich von Bösau "Am Kieferberg".
Bösau wird 1265/66 erstmals urkundlich erwähnt. Um 1300 ist die Schreibweise Besowe. Im 16. Jh. wird ein Ritter Johannes de Besa genannt. Der Ortskern besteht aus einer kurzen Gasse mit westlich vorgelagertem Gutshof. Auf der Hochfläche über dem Dorfe steht die Brikettfabrik "Otto Schlag" außer Betrieb. Die Gewerkschaft Hohenzollernhall hatte hier hart an der Flurgrenze mit Dobergast ihre Brikettfabrik "Hedwig" mit fünf Doppelpressen erbaut. Das Werk verfügte über einen Gleisanschluss nach dem Bahnhof Pegau. Südlich von Bösau wurde ein Tagebau aufgeschlossen, dessen Abraum anfangs auf dem Kieferberg aufgehaldet wurde. Die kleine Halde Bösau-Ost ist ein Beispiel für frühe und gute Kulturbodenwirtschaft. Ihre Oberfläche ist planiert und wird größtenteils als Ackerland genutzt, z. T. hat sich hier ein Stück Kippenwald entwickelt. Der östliche Teil dieser Halde ist erst in jüngster Zeit dem Tagebau Profen-Süd gewichen.