Bergbau

Die Gemeinde Großgrimma ist seit vielen Jahren als Bergbauschutzgebiet ausgewiesen. Der geplante Tagebau-Neuaufschluss Großgrimma würde nahezu die gesamte Restfläche der Gemeinde (vgl. Bild 3) devastieren. In diesem Fall wären die Einwohner der sechs Ortsteile umzusiedeln. Eine geschlossene Ortsverlegung nach einem Standort zwischen Hohenmölsen und Zembschen befindet sich in der Planungphase.

Die im Gefolge falscher Wertvorstellungen und Verteilungsprinzipien unter Beteiligung des Staates in Deutschland entstandene wirtschaftliche Situation kann die Ortsverlegung Großgrimma zur Realität werden lassen. Eine süd-nördlich gerichtete pleistozäne Störungszone, die sogenannte Dobriser Rinne, verhinderte im Zusammenhang mit der unregelmäßigen Flözablagerung (Lochbildungen bei Deumen und Grunau) bisher die Anlage eines Tagebaues in der Restgemarkung Großgrimma. Im Gemeindebereich steht das Hauptflöz oder Flöz III mit einer Gesamtmächtigkeit von bis zu etwa 12 Meter an. Dieses ist im Bereich der Döbriser Rinne mehr oder weniger erodiert. Über Lochbildungen im Hauptflöz ist lokal ein Oberflöz oder Flöz IV erhalten. Dieses spaltet örtlich in eine Ober- und eine Unterbank auf und ist infolge seiner geringen Mächtigkeit von insgesamt nur etwa vier Meter nur an günstigen Stellen wirtschaftlich gewinnbar.

Schon seit langem sind die Fluren durch den Braunkohlenabbau beeinflusst. lm 19. Jh. wurde in Domsener Flur im Tiefbau Kohle gewonnen. Anfang des 20. Jh. förderte der Tiefbau Neuzetzsch westlich von Großgrimma Kohle. Nach dem ersten Weltkrieg beanspruchten die Tagebaue Wählitz 1 und Hedwig, ab 1933 Carl Bosch, später auch Wählitz II und Otto Scharf/Einheit große Flächen der Gemeinde. Im Jahre 1959 begann der Neuaufschluss Domsen. lm Herbst 1971 nahmen die Bagger im Neuaufschluss Profen-Süd die Arbeit auf. Im Mai 1975 verließ der erste Kohlezug diesen Tagebau. Der Tagebau Profen-Nord erreichte mit seinem Förderbrückenkomplex im Februar 1990 die Endstellung bei Grunau.

Je nach der Technologie entstand durch den Braunkohlenbergbau beiderseits der Grunau eine neue Landschaft. Die Flurkippe Bosch westlich von Großgrimma und Deumen folgt annähernd der einstigen, nach Westen zu sanft ansteigenden Geländelage und ist dadurch morphologisch kaum als Kippfläche zu erkennen. Auffällig haben die Überflurkippen Wählitz II (Ost- und Westteil), Göthewitz und die Halde Bösau Ost die Geländeform am Rande des Grunautales verändert. Zu den älteren Hohlformen Tagebausee Hedwig und Einfahrt Bosch, welche flächenmäßig nicht besonders ins Gewicht fallen, sind die großen Hohlformen Restloch Domsen, Restloch Profen-Nord und Betrieb Profen-Süd mit Massendefiziten von jeweils vielen Millionen Tonnen hinzugetreten. Diese technogenen Veränderungen haben die Kulturlandschaft weit über den Gemeindebereich hinaus vielfältig und nachhaltig beeinflußt. Neben den unwiederbringlichen Siedlungs- und Biotopverlusten ist besonders die Zerstörung einer riesigen Lößplatte, deren Verwitterung zu den besten Böden geführt hat, zu bedauern.

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